Moving Days – Der Trend ist zu Ende obwohl der Markt steigt

Moving Days - der Markt dreht

Moving days – der Trend ist zu Ende, obwohl der Markt steigt.
Wochenlang tendiert die Aktie zu immer neueren Hochpunkten und zieht weitere Käufer an.
Jetzt – denken Sie, ist es an der Zeit das hart verdiente Geld ebenfalls in einen bestätigten Trend zu investieren. Schließlich kennen Sie die Markttechnik und deren Gesetze.

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Moving Days - Der Trend ist zu Ende

Sie suchen nach konkreten Einstiegspunkten im Chart der Aktie und kaufen letztendlich leider doch am Ende einer Trendbewegung.
Die weiteren Handlungen dieses Chartkinos sind genauso dramatisch, wie tragisch: Sie sehen noch einmal ein kurzes Aufflackern des Charts mit einem grünen Plus auf dem Konto, nur um dann danach in den komplett roten Bereich zu laufen.
Die Fragen, die nun bei Ihnen auftauchen, sind vielfältig und drehen sich immer um den offensichtlich falschen Einstieg. Markttechnik funktioniert doch nicht! – Ist ihr jetziger Gedanke. Und weiter geht die Suche nach dem heiligen Gral…

Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie erkennen, wann ein Trend sich dem Ende neigt und wie dieser versucht, Sie nochmals zum Kauf zu verführen. Sie lernen die Signale des Marktes zu interpretieren und daraus konkrete Schritte für Ihren Handelsstil abzuleiten. Dieser Artikel soll Sie auf Anzeichen im Markt vorbereiten, wenn möglicherweise ein Trendwechsel bevorsteht.


Moving days – was ist darunter zu verstehen?


Zunächst einmal sind Moving days unabhängig vom zu handelnden Markt. Die Beobachtung und Reaktionen des Charts an Moving days werden Sie in so gut wie jedem Markt wiederfinden.


Um den Zusammenhang zwischen der Markttechnik und den Moving days zu verdeutlichen, ist zunächst wichtig zu wissen, das nach meiner Interpretation, Markttechnik sich nicht auf die reine Charttechnik und den daraus möglichen Bewegungs- und Korrekturmuster bezieht, sondern eine ganzheitliche Betrachtungsweise verlangt


Vergleichen Sie es mit dem Marketing: Wenn Sie als Marketing Profi ein neues Produkt auf den Markt bringen wollen, dann würden Sie auch die Kunden fragen, was diese von dem Produkt halten und würden den Markt nach möglichen Wettbewerbern beobachten um daraus ein noch wettbewerbsfähigeres Produkt zu gestalten.


Ähnlich ist es mit der ganzheitlichen Betrachtung der Markttechnik: Die Frage ist: Was machen die anderen Marktteilnehmer und wie können Sie daraus einen Vorteil erzielen?


Moving days sind das erste Anzeichen, dass ein vormals, lange bestätigter Trend, sich dem Ende neigt und große Marktteilnehmer sich aus dem Markt verabschieden – bei immer noch steigendem Markt. Bleiben nun auch die Käufe kleiner Marktteilnehmer aus, gerät der Markt aus Trendsicht ins Stocken, um zum Schluss in einen möglichen Gegentrend zu wechseln.
Trenddefinition

Aus marktechnischer Sicht ist ein Trend etabliert, wenn zum Beispiel der Durchbruch durch einen Punkt 2 bestätigt wird.
(Die Punkte werden gezählt von dem Beginn der Bewegung (1) zum ersten Hoch der Bewegung (2), dann zur Korrektur (3). Nach der Korrektur sollte der Markt wieder in Trendrichtung die Bewegung aufnehmen und das Hoch der ersten Bewegung überschreiten und somit einen weiteren Punkt (2) entstehen zu lassen.
Diese Art der Trenddefinition gilt solange, wie entweder a) keine neuen Hochpunkte in einem Aufwärtstrend erreicht werden, oder b) sich ein Gegentrend etabliert.

Das Tückische in etalierten, lang gelaufenen Trends ist deren Offensichtlichkeit. Jeder Marktteilnehmer sieht diese Trends. (Bild 1) Das Chart zeigt einen bestätigten Trend, der idealtypisch verläuft. Höhere Tiefpunkte, wechseln sich ab mit steigenden Hochpunkten im Markt.

Trader die sich mit der Börse seit Kurzem beschäftigten, suchen mit Vorliebe solche lang gelaufenen Trend heraus. Der Gedanke bei solchen Tradern ist naheliegend: Wenn der Trend lange mehrfach bestätigt ist, warum sollte dieser dann urplötzlich drehen? Zudem vermittelt diese Art des Chart-lesens auch eine gewisse Sicherheit der Entscheidung. Nach dem Motto: Was lange läuft, kann noch ewig steigen.

Definition Aufwärtstrend


Ganzheitliche Betrachtung
– es gibt immer Marktteilnehmer die vor Ihnen im Markt sind


Zurück zu den Marktteilnehmern und deren ganzheitliche Betrachtung:
Haben Sie sich mal gefragt wer eigentlich in einem lange bestätigten Trend noch Kaufen soll?
Es könnte Ihnen prinzipiell egal sein, wer das ist, solange Sie die Gewissheit haben, dass nach Ihnen noch jemand kauft.
Nur – woher wollen Sie das wissen? Versuchen Sie stattdessen den umgedrehten Weg zu nehmen und arbeiten mit der Annahme, dass es immer Marktteilnehmer gibt, die vor Ihnen im Markt sind.
Welche Gedankengänge haben also Marktteilnehmer, die bereits lange in einem steigenden Markt platziert sind und auf riesigen Gewinnen sitzen?
Ein Gedankengang könnte sein, die Gewinne mitzunehmen und somit die Positionen zu schließen. Das ist vom Grundprinzip einfach gedacht, nur in der Umsetzung nicht leicht zu realisieren. Große Marktteilnehmer haben erfahrungsgemäß Positionsgrössen die nicht auf einen Schlag liquidiert werden können, ohne den Gesamtmarkt ungünstig für ihre Position zu bewegen. Das gilt für Aktien- genauso wie für Indiezes- oder Rohstoffpositionen.
Somit ist das Bestreben dieser Marktteilnehmer möglichst geräuschlos ihre Position zu beenden und Gewinne zu sichern. Dies geschieht in der Regel über Teilverkäufe.


Was geschieht am Markt?


Wenn Positionen am Markt liquidierten werden, dann steht jedem Kauf auch ein Verkauf und jedem Verkauf ein Kauf gegenüber.
Weiter gedacht heißt das: Wenn ein großer Marktteilnehmer seine komplette Position auflösen würde, dann würde er den Markt mit Verkaufsorders überschwemmen. Sind zu dem Zeitpunkt der Liquidierung nicht genügend Käufer am Markt, fällt der Markt in sich zusammen. Das ist natürlich für den großen Marktteilnehmer extrem ungünstig, da er seine Position nicht zum besten Marktpreis verkaufen kann, weil der Markt aufgrund seiner eigenen Verkaufsaktion stark gefallen ist. Somit wählt er den Weg des Verkaufes über kleinere Teilpositionen zu einem Durchschnittspreis, solange bis die komplette Position verkauft ist.

Steigendes Volumen – keine neuen Hochpunkte im Markt
Der Gesamtmarkt bekommt von der Liquidierung wenig mit. Der Markt macht aufgrund der Verkäufe einen leichten Kursrücksetzer.
Der aufmerksame Trader hingegen erkennt eine solche Aktion großer Marktteilnehmer.
Das steigende Volumen in Verbindung mit fehlenden neuen Hochpunkten im Markt, lassen den Schluss zu, dass hier größere Positionen abgebaut worden sind. Das Chart zeigt an den Markierungen sowohl die fehlende Hochpunkte also auch die Volumenspitze. Der eingefügte Indikator im Subchart stellt das Handelsvolumen dar.
Vergleichen Sie bitte das Volumen der Vortage mit dem abgeschlossen Tag. Dort erkennen Sie die Volumenspitze, diese wird jedoch nicht getragen von neuen Hochpunkten im Chart.

Vorsicht! Markttechnisch befindet sich der Markt noch immer in einem intakten Aufwärtstrend und zieht weitere Käufer an. Diese haben nur das erste Warnsignal im Markt nicht gesehen oder sind sich nicht im Klaren darüber, dass es Marktteilnehmer gibt, die bereits lange vor Ihnen in Position sind.

In der Folge wird es wieder lokale Volumenspitzen geben in Verbund mit fehlenden Hochpunkten im Chart. Diese Prozedur geschieht so lange, bis die Position der großen Marktteilnehmer komplett abgebaut ist.
Zu diesem Zeitpunkt, erkennt auch der unerfahrene Trader einen möglichen Trendwechsel, durch einen Gegentrend. Spätestens jetzt ist es an der Zeit, die eigenen Long Positionen enger abzusichern, zum Beispiel durch das heranziehen des lokalen Stopps unter den letzten sich bietenden Tiefpunkt im Chart. (Bei einem Long-Engagement)


Fazit


Trends laufen solange, bis sich ein Gegentrend entwickelt, oder aber sich eine markttechnische Umkehr andeutet.
Die Moving days kennzeichnen sich durch steigendes Volumen gegenüber dem Vortag (Vorperiode) und dem fehlenden neuen Hochpunkten im Chart. Es wird also viel Umsatz generiert, aber keine neuen Hochpunkte im Kurs erzielt, weil Positionen abgebaut und nicht aufgebaut werden.

Die Kombination den Markt aus der Perspektive andere Marktteilnehmer zu betrachten und mit dem Handelsvolumen und Trendtechnik zu verbinden, ermöglicht Ihnen erste Warnsignale im Markt zu erkennen und Ihre eigene, bestehende Position besser und schneller den Marktgegebenheiten anzupassen. Dabei ist es unerheblich, ob Sie diese Art der ganzheitlichen Betrachtung auf Aktien-Indiezes- oder Rohstoffe anwenden.

Oft bekomme ich die Frage gestellt, wie Sie mit solchen Aussergewöhnlichen Situationen umgehen sollen. Kurz: Können Sie das für die Zukunft vermeiden? Grundsätzlich heisst ein schwarzer Schwan, das etwas was selten vorkommt, eintritt und dann mit aller Wucht. Aber es gibt ein paar Grundsätzlichkeiten, die Sie beim Thema Risikomanagement beachten können und auch lernen sollten.

Die Antwort lautet: friends club.

Im friends club besprechen ich fast tägliche neue Trading Ideen und mache eine umfangreiche Analyse. So bekommen Sie Trading Ideen auf dem Silbertablett serviert und eine wöchentliche LIVE Marktbesprechung als Bonus.

Diese werden mit konkreten Einstiegen und Ausstiegen erklärt, so dass Sie den größtmöglichen Nutzen zum Traden lernen daraus ziehen können, denn ich glaube daran, dass Sie durch Trading mehr Zeit für das Wesentliche im Leben haben werden.

Quelle Chart: tradingview.com

Börsengeschäfte sind mit erheblichen Risiken verbunden, beachten Sie bitte dazu den Risikohinweis.